Für eine bessere Welt

Konferenz am 18. und 19. August 2018 auf dem Gut Karlshöhe in Hamburg

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Gleich zwei Konferenzen hintereinander im Norden Deutschlands: die Konferenz „Für eine bessere Welt“ am Wochenende Mitte August in Hamburg und die Utopie-Konferenz an den drei Tagen darauf an der Leuphana Universität in Lüneburg (es wurde schon berichtet).

Nach der Begrüßung zur Konferenz für eine bessere Welt, die in der Scheune stattfand , bei der weit mehr Anwesende da waren als es Stühle gab, ging ich zum Workshop „Liberating structures – Vom Sinn zur Tat“, bei dem Johannes Schartau von Holisticon.de die Fragen besprach, die bei der Umsetzung einer Idee eine Rolle spielen und wichtig sind, zu beantworten: die Frage nach dem Sinn und Zweck einer Sache und nach den Prinzipien wie beispielsweise Welche Regeln sind notwendig, um unser Ziel umzusetzen?

Dann kamen 9 Whys, die auf eine ganz spezifische Art und Weise angegangen wurde und zwar mal in größeren, mal in kleineren Gruppen, die sich später wieder miteinander austauschten. Wir suchten uns anhand der Fragen ein Thema aus, das in meiner Gruppe das Thema Nachbarschaft war. Wir gingen folgenden Fragen nach: „Was ist der unerschöpfliche Existenzgrund für diese Gruppe?“ Und „Warum diese Gruppe?“ Dies fassten wir für andere in einem Satz zusammen. Zwei Gruppen tauschen sich aus und einigen sich auf einen Satz bevor wir es an die Wand pinnten, es uns gegenseitig vorstellten und einen gemeinsamen Satz bildeten.

Dann kamen die sogenannten Mini Specs mit Fragen wie: Nach welchen Regeln müsst Ihr unbedingt handeln, um erfolgreich zu sein? Was müssen wir tun? Was dürfen wir nicht tun? Fragen, zu denen sich jeder selbst Notizen machte. In praktischen Beispielen ging es in den Gruppen darum, eine kleinstmögliche Liste für gemeinsame Regeln zu erstellen und zwei bis drei Handlungsanleitungen zu entwerfen.

Weitere Fragen waren, wer involviert werden muss, um der Gruppe zum Erfolg zu verhelfen? wie z. B. Stadtteiltreff, Gemeinde, Vereine, Kirchen, Kleinkünstler, unmittelbare Nachbarn…

Die nächste Frage wäre: Was sind Eure ersten Schritte, um die Initiative zu starten? Mehr Infos gibt es unter liberatingstructures.com.de.

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Bei der nächsten Gruppe, bei der ich selbst teilnahm, ging es um Online-Tools jenseits der großen und bekannten Plattformen google und Co:um e-mails bei alternativen Anbietern wie posteo.de für einen Euro im Monat, bei free.de bei der man nach Selbsteinschätzung zahlt und riseup.net bei denen man zwei Einladungen braucht . Dann mit messengers wie signal.org, threema, riot.im und wire.com. Schließlich ging es ums Diskutieren etwa bei wechange, rocket.chat, fairchat.net, mattermost, fairapps.net und die Forums-Software discourse.org.

Dateien teilen kann man bei nextcloud.com, wo es auch viele Apps gibt, bei free.de, fairkom.eu, disroot.org und windcloud.org. Erwähnt wurde auch Atlassian.com und für Videokonferenzen jitsi.org, Appear.in, fairchat.net und daneben noch Wekan und gitlab.com. Die Hinweise waren ganz wertvoll, da man sonst nur schwer darauf stößt.

Beim nächsten Workshop, den ich besuchte ging es darum, Projekte zu verwirklichen. Zur Strategienplanung empfiehlt sich, ein brainstorming zu machen und nach größter Wirkung und Machbarkeit zu sortieren, wobei Ressourcen, Kenntnisse und Personen eine Rolle spielen. Als Zielgruppen gilt es zwischen direkten und indirekten Zielgruppen zu unterscheiden. Bei Stakeholdern werden Interesse, Nutzen und Konkurrenz berücksichtigt. Die zentrale Fragen sind hier: Wer muss aktiv werden? Und wer kann Entscheidungen beeinflussen?

Wir entwickeln dabei eine Vision/Fernziel/Impact und beschreiben das Was – kühn, inspirierend, visionär. Es dient der Inspiration, Orientierung und Kommunikation und dient als Gradmesser welche Aktivität zielführend ist. Dann planen wie die Strategie – das Wie. Die Fragen sind hier: Welche Strategie hat die größte Auswirkung? Welche Ressourcen Zeit und Personen stehen zur Verfügung? Die Projektziele sind konkret auf Projekt bezogen, am bestenSMART formuliert und dienen der Messung. Dann kommt der Projektstrukturplan an die Reihe.

Zwischendrin lernte ich einen Menschen kennen, an dessen Klapprad eine Fahne mit der Aufschrift Gradido prangte. Mir war  das System genannt

Natürliche Ökonomie des Lebens
für weltweiten Wohlstand und Frieden in Harmonie mit der Natur

der Gradido-Gründer Margret Baier und Bernd Hückstädt vor einigen Jahren schon einmal untergekommen und ich war davon recht begeistert. Aus irgendwelchen Gründen, die mir entfallen sind habe ich es nicht weiterverfolgt, aber ich halte es auf jeden Fall für empfehlenswert, sich damit zu beschäftigen.

Eine weitere Veranstaltung fand statt zum Thema Crowdfunding & Communitybuilding und wurde durchgeführt von der Hamburger Kreativ Gesellschaft. Unterschieden wird zwischen zwei verschiedenen Arten von Crowdfunding, einmal das

– Spendencrowdfunding mir Spendenquittung und das

– klassische Crowdfunding mit Dankeschöns und Weitergabe des Projektergebnisses

Beispiele sind crowdfunding.der und betterplace.org, eine vorher definierte Summe muss dabei allerdings erreicht werden, sonst bekommt man gar kein Geld.

Wichtig dabei ist die Projektpräsentation. Dafür ist wichtig, ein Pitch-Video zu drehen und die Idee vorzustellen. Dabei werden am besten typische W-Fragen beantwortet, Fotos aufgenommen und attraktive Dankeschöns entworfen. In zwei bis drei Minuten mit den Machern dahinter. Interessant ist auch storytelling mit Bezug auf die Frage: Was ist unsere Motivation dahinter? The story of me/us/now sowie die Bildung eines eigenen Netzwerkes mit Freunden, Familie, Bekannten, Fans… als auch der Aufbau einer Crowd mit Social Media, Newsletter, Website, Blog, Veranstaltungen, Startnext-Blog, Multiplikatoren/Botschaftern und Presse. Interessant sind auch Aktionen wie Flohmarkt, Party oder andere Mitmachaktionen. Es empfehlen sich 2 Monate Vorbereitungszeit.

Bei geht es darum, das Finanzierungsziel zu ermitteln, ebenso wie Netzwerk, Zielgruppen und Zahlungsbereitschaft, Voll- oder Teilfinanzierung, Provisions- und Transaktionskosten, Steuern – dazu wenigstens einmal mit Steuerberater zusammensetzen. Eventuell kann man/frau einen prozentualen Eigenanteil leisten. Bei finanziellen Unterstützern kann man von etwa 1 Euro pro Seitenbenutzer ausgehen.

Das Potential kann erhöht werden durch Marktforschung und Akquise, Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb und Professionalisierung. Es geht also nicht nur um Finanzierung, sondern auch ums Bekanntmachen des Projekts. Mit Freunden kann überlegt werden, was man als Dankeschön geben kann.

Es gab mehrere Termine für ein Speakers Corner, bei dem man sein Projekt vorstellen konnte und auch die Möglichkeit, einen Stop-Motion-Video zu drehen, das von einer Mitarbeiterin des Hamburger Umweltzentrums geleitet wurde, die sogar bereit war, die unfertigen Videos fertigzustellen. Hier ist das Ergebnis:

 

Die ganzen Veranstaltungen fanden in verschiedenen Räumlichkeiten in der Scheune, dem Imkerhaus, dem Stall und Gutshaus zu den Themenbereichen Denken, Träumen, Lernen und Wandeln statt.

Es waren zwei sehr anregende und erfüllende Tage in herrlicher Umgebung im grünen Gutshof mit viel Natur in Hamburgs Nordosten – eine überaus gelungene Veranstaltung mit etwa hundertfünfzig TeilnehmerInnen und viel Vermittlung von Know How sowie Austausch. Es gab auch ganz praktische Dinge wie Kräuterwanderungen oder Achtsamkeitsübungen, Gruppenmeditationen und die Vorstellung von dem, was Soziokratie ist, interaktive Talks zu den Themen Minimalismus, anders konsumieren, Gemeinschaft, Netzwerken und Nachbarschaft sowie Arbeit; Zeit und Geld. Übrigens war es die zweite Konferenz seiner Art, der man viele Folgeveranstaltungen wünscht.

 

 

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Petition zum Hambacher Forst

„Der Reichtum eines Landes wird an seiner Artenvielfalt bemessen werden“ ist ein Satz, der mir spontan einfällt zu dem, für was die zukünftige Welt meiner Auffassung nach steht. Und „Ursprüngliche Natur gehört zu hundert Prozent geschützt“. Unter urspünglicher Natur ist so etwas ei der Hambacher Forst gemeint. Naturwälder und naturnahe Wälder, sind Wälder, die durch nichts zu ersetzen sind. Es ist nach meiner Auffassung vom universellen Gesetz her auf der Erde gar nicht mehr erlaubt, solche Wälder abzuholzen. Weder hier in Deutschland noch irgendwo anders auf der Welt. Es hat sich nur noch nicht herumgesprochen. Das sind wir Menschen der Natur schuldig, die wir schon viel zu lange ausgebeutet und zerstört haben. Wir dürfen ursprüngliche Wälder nicht mehr zerstören, für nichts in dieser Welt und ganz und gar nicht für Energie und für Geld. Das einzige, was in einer solchen Art von Wäldern überhaupt erlaubt wäre, ist die schonende Sammlung einzelner Kräuter zu Naturheilzwecken von menschen aus der Umgebung und das auch nur in ganz geringem Ausmaß. Menschen, die so etwas tun wie alte unersätzliche Bäume für wirtschaftliche Zwecke abzuholzen gehören allesamt an einem sicheren Ort untergebracht, an dem sie sich nicht mehr als Schänder an der Natur verdingen können.

Einen schönen Artikel, was man/frau tun kann gegen diese skandalöse Geschichte gibt es bei fuereinebesserewelt.info, wo auch über eine weitere Petition vom BUND berichtet wird.

Hier eine Petition zum Thema Hambacher Forst, einem Skandal schlechthin und das mitten in Deutschland. Einem Land, das langsam anfangen könnte, seinen Energiehunger zu reduzieren. Weniger Maschinen zu nutzen, mehr von Hand zu Spülen oder Waschen und Maschinen auch wieder gemeinschaftlich zu nutzen wie das früher mehr der Fall war. Es fehlen nur noch an die fünzigtausend Unterschriften, um die 300.000 zu erreichen.

campact.de Hambacher Forst-appell

Enabling Entrepreneurs to shape a better world

Bei wechange gibt es einen Newsletter, bei dem über neue Treffen und Termine innerhalb der Wandelbewegung berichtet wird. Ich finde ihn ganz gut, um auf dem Laufenden zu sein. Ganz aktuell wurde dort ein online-Kurs bekannt gegeben, der scheinbar kostenlos ist und Menschen, die ein Unternehmen aufbauen wollen, um eine bessere Welt zu erschaffen das nötige Know how dafür zu vermitteln. Die Seite ist leider nur auf englisch. Es geht darum, mit den neuesten Werkzeugen ausgestattet zu werden um die größten Probleme in der Welt zu lösen. Klingt doch gut, oder? Ob es das wirklich ist weiß ich natürlich nicht. Auf jeden Fall ist die Universität München maßgeblich daran beteiligt. Wollte es hier bekannt geben, da es genau zum Thema creating another world ist:

Enabling Entrepreneurs to Shape a Better World

Get equipped with the latest tools and social impact insights to develop your own entrepreneurial potential to solve the world’s biggest problems.

About this course

Skip Course Description

Do you want to change the world? Do you want to know how to start?

Nowadays, the world needs responsible leaders to solve problems that matter. It is up to us to come up with sustainable solutions to shape a better world. Become an entrepreneur and be part of the change.

Der neue Massive Open Online Course (MOOC) geht über sechs Wochen, wird in englisch gehalten und umfasst circa 4 bis 6 Stunden pro Woche. Erfahrene SozialunternehmerInnen und weltbekannte ExpertInnen wie Prof. Muhammad Yunus oder Alexander Osterwaldervermitteln dabei inspirierende Erfahrungswerte sowie wichtiges Know-how. Nur das Abschlusszertifikat kostet dann 49 US-Dollar.

Falls sich jemand entscheidet, diesen Kurs zu machen würde ich mich über eine Nachricht freuen. Dann machen wir ihn vielleicht zusammen.

 

Tag des offenen Denkmals

Am morgigen Sonntag, den 9. September 2018 ist Tag des offenen Denkmals. Ich habe das durch Leute erfahren, die darüber gesprochen haben. Da ich einmal zu einem solchen Anlass in Frankreich eine Kirche besucht habe, die das ganze Jahr geschlossen war und mir dies in bleibender Erinnerung blieb, weil es etwas so besonderes war, möchte ich dieses Date gerne auf dieser neu eingerichteten Plattform weitergeben. Denn auch das hat mit einer anderen Welt zu tun. Ein Denkmal ist eine Anknüpfung an etwas Vergangenes, etwas Gewesenes. Aber oft knüpfen wir ja auch heute gerne an etwas Vergangenes an, lassen etwas wieder Aufleben, was früher einmal war. Stellen etwas wieder so her wie es früher war. Lassen uns von etwas Vergangenem inspirieren oder berühren.

Ein Denkmal erinnert uns an die Geschichte, an das, was einmal war. Es erinnert uns auch daran, dass dann, wenn wir als einzelne Menschen und als Menschheit insgesamt uns nicht verändern, sich die Geschichte wiederholen kann. Wenn wir die Dinge nicht aufarbeiten, die einmal passiert sind. Wenn wir sie nicht mit einem liebevollen Blick, der aus unserem Herzen kommt betrachten, sie in unser Herz schließen, das Gewesene annehmen, als das, was war, um daraus zu lernen und für die Zukunft etwas Neues und anderes zu erschaffen, also es zu transformieren.

Es gibt eine Seite im Internet, auf der man in der gesamten Republik an allen Orten nach offenen Denkmälern suchen kann: www.tag-des-offenen-denkmals.de. Auf einer Karte sind alle am morgigen Sonntag offenen Denkmäler übersichtlich verzeichnet. Das Motto dieses Jahr ist „Entdecken, was uns verbindet“. Also: gehen wir auf Entdeckungsreise am morgigen Sonntag, um uns von dem alten berühren und verwandeln zu lassen, um etwas Neues zu kreieren. Aber es gibt natürlich auch noch viele andere Seiten, die man mit der Suchmaschine ixquick.de beispielsweise suchen kann ohne danach mit nerviger Werbung belästigt zu werden ;).

Utopie-Konferenz

Vom 20.-22. August 2018 fand in der Leuphana Universität in Lüneburg die erste Utopie-Konferenz statt.

Der erste Konferenztag ging um Kritik und utopisches Handeln. In der Eröffnungsveranstaltung wurde darüber gesprochen, dass man/frau bereit sein muss, für seine Utopie zu sterben. Dass utopisch sein eine Haltung ist und dass sich Utopien gegen etwas richten müssen. Wobei eine Tugend der Mässigung wünschenswert ist, um das richtige Maß zu finden.

Richard David Precht, Honorarprofessor an der Leuphana Universität Lüneburg hatte zu der Konferenz eingeladen und moderierte viele der Gespräche. Zur Auftakt-Runde waren vier Überraschungsgäste eingeladen, von denen u.a. die Linke Vision für die digitale Gesellschaft (www.digital-links.de) vorgestellt wurden ebenso wie die neue Partei Demokratie in Bewegung, bei der sich jeder einbringen darf. Es wurde über das Glück des Zufalls und des Ungeplanten gesprochen, ebenso wie über eine dringend notwendige Besteuerung des Flugbenzins, darüber, dass die Städte mit ihren riesigen Fuhrparks vor allen anderen damit anfangen müssten, nachhaltig zu handeln und dass durch ein Grundeinkommen die Würde des Menschen auch für Hartz-IV-Empfänger erhalten bleiben würde. Bei der Frage wie ein Grundeinkommen finanziert werden könnte kam als Antwort, dass das Geld bestimmt irgendwo vorhanden sei. Besser wäre die Frage: Ist das eine gute Idee? Und dann als zweites: Wie ist das finanzierbar?

Die Monopole sind groß wie nie zuvor. Es geht auch darum, Denkverbote aufzubrechen.

Ulrike Guérot sprach darüber, dass Europa ihr nach eine Republik werden muss und bot dazu einen Workshop an. Sie sieht dabei zwei Senatoren pro europäischer Provinz und pro Metropole vor.

Daniel Lang von der Leuphana Universität berichtete von einem Forschungsprojekt in Wiskri, Siebenbürgen und dass es schon Sustainable Development Goals gäbe, die entwickelt wurden.

In der Veranstaltung „Wider die Ohnmacht – utopisch Handeln“ erzählte Benny Adrian von seinem Wasserprojekt ‚viva con agua‘ und vermittelte die Botschaft, dass Welt verändern Freude machen darf. Kübra Gümüsay sprach davon, dass es Utopien und Visionen geben muss. „Wir brauchen Orte, wo wir miteinander sprechen können und einander zuhören können“, meinte sie.

Der Anwalt Hans-Christian Ströbele sagte deutlich: „Ich will alles tun, um diese Welt zu verändern, grundsätzlich und radikal wie 1968. Man soll sich treu bleiben und wider die Ohnmacht für Utopien leben und versuchen, Utopien durchzusetzen und zu verwirklichen. Auch Unausgegorenes soll geteilt werden können.“ Die Frage ist, wie man andere mitnehmen kann. Auf jeden Fall muss man Ziele haben, für die man lebt. „Die Akteure sind wir alle. Kleine Gruppen haben etwas erkannt in unserer Gesellschaft und wurden nicht müde, etwas zu tun. Deshalb mein Rat an alle: Engagiert Euch! Kämpfen wir gemeinsam dafür.“ Wichtig ist der Mut, sich ins Engagement zu stürzen und dabei zu bleiben. Tätig zu werden, denn die Dinge sind veränderlich. Verantwortung zu übernehmen in dem Bewusstsein, dass man Gesellschaft verändern kann. „Die Vision ist ein großer Berg, der viele Schatten wirft. Man darf über jeden Schritt glücklich sein. Entscheidend ist den Willen zu haben, etwas zu verändern; Streiten und Konflikte lösen lernen und dran zu bleiben, wenn wir etwas als richtig erkannt haben. Aber man darf auch mal sich selbst hinterfragen.“ Ausprobieren, Spielen, neue Lösungen finden und Dialogfähigkeit waren weitere angesprochene Stichworte.“We can disagree and still love each other.“ Er war auch voll und ganz dafür, sich für eine bessere Welt einzusetzen in Form eines Grundeinkommens und leistete insgesamt ein äußerst motivierenden Beitrag.

An einem Büchertisch konnte man/frau zu Büchern rund um Utopien stöbern.

 

Am zweiten Konferenztag ging es um Reflexion und konkrete Utopien. In der Veranstaltung „Die Facetten des utopischen Denkens“ sagte Achatz von Müller: „Bleibe dir selbst treu oder Du wirst den kollektiven Utopievorstellungen zum Fraß vorgeworfen. Wir konstruieren eine bessere Zukunft. Wir müssen uns nur alle anstrengen, dann können wir sie erreichen. Richard David Precht plädierte für ein gemeinwohlorientiertes Leben in Genossenschaften oder Gemeinschaften von 1000 – 2000 Leuten, wo jeder das tut, was er kann.

In Bezug auf die französischen Frühsozialisten, hieß es: „Wir brauchen eine Gesellschaft, wo der einzelne über sich und die Gesellschaft nachdenken kann.“

Utopien lassen sich auf verschiedene Arten und Weisen realisieren:

  1. gewaltsame Revolution
  2. passiver Widerstand
  3. Bildung
  4. gesetzmäßig, dass alles sich zum Guten wenden wird

Im Kurzvortrag „Stehen im Nirgendwo“ wies Anna Henkel auf die Tatsache hin, dass es utopische Utopisten gäbe, die kaum handeln und pragmatische Praktiker, die keine Zeit für Utopien haben. Und dass sich beide oft gegenseitig kritisieren, wenn nicht gar aufs Härteste bekriegen. Ziel sei, dass die einen utopische Pragmatiker werden und die anderen pragmatische Utopisten.

Am dritten Konferenztag ging es um die Frage: Wie geht konkrete Gesellschaftsveränderung ? Wir können zum Beispiel über die Frage nachdenken: Warum sind wir auf die Welt gekommen? Die Änderung muss eine Form gemeinsamen Handeln sein. Was kann ein gutes Leben sein?

Wir reden immer über das, was nicht da ist, zum Beispiel die Nachhaltigkeit. Wir müssen eine Gesellschaft kreieren, in der wir unsere Werte leben können. Konkrete Veränderung fängt mit einer Kaspar Hauser Haltung an, der sagte: „Das stimmt doch gar nicht.“ Es geht darum, das in die Welt zu bringen, an was ich glaube. Wir können uns fragen: Was ist gut/erhaltenswert? Ich bin ein Teil von Zukunft. Was trainieren wir uns ab durchs Erwachsenwerden?

Zivilisation heißt: In Ungleichheit friedlich miteinander leben können. Unsere derzeitige Gesellschaft ist ein Infantilisierungsapparat. Es geht darum, sich zu sensibilisieren und sich zu wehren. Das kann man/frau nicht delegieren.

Es gab dann fast dreißig verschiedene Workshops und war schwierig, sich zu entscheiden, wobei auch immer wieder gewechselt werden konnte. Angefangen bei der digitalen Bodenreform ging es über Arbeiten im Konsens und Remote Work über urbane Mobilität der Zukunft hin zu Tiny Houses und Vollgeld-Reform. Jede(r) durfte sich aussuchen wohin er/sie wollte und falls es nicht zu voll war konnte sich jeder in die Diskussion zum Thema einbringen. Hier in den Workshops waren alle gleich: Student*innen und Professor*innen, engagierte Bürger*innen und sonstige Teilnehmer*innen.

Der Wissenschaftler Prof. Dr. Gunter Dueck sprach davon, was manchmal passiert, wenn sich in Gemeinschaften jemand nicht für sie aufopfert: „Dann muss er gehen oder in prekären Zuständen leben.“ Er zeigte das Funktionsmodell der Ich-Zustände mit kritischem Eltern-Ich, fürsorglichem Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich, angepasstem Kind-Ich, rebellischem Kind-Ich und freiem Kind-Ich.

Utopie ist das Gelingen von Umprägungen. Nichts mehr ist in Ordnung, also mache ich mich an die Arbeit. Es gibt nämlich den schöpferischen Imperativ und die Utopie, alle aus der Höhle zu locken. Wichtig sei, nicht gegen die Leute anzugehen, die im System funktionieren, sondern das System zu kritisieren. Wenn man eine gute Story in die Presse bringt, dann bekommt man Geld. Bei Konferenzen wäre es sinnvoll, seine Sachen zehn Minuten vor Schluss einzubringen.

Was könnten die nächsten Schritte sein? War eine Frage, der zum Abschluss nachgegangen wurde und bei der mehrere Menschen zu Wort kamen.

 

Lebensmittel könnten zu wahren Preisen und ohne Subventionen verkauft werden, damit ihr wahrer Preis gezahlt werde. Es wurde das Beispiel eines Bauern aus Brandenburg genannt, der seine gesamte Pflaumenernte vergammeln lassen musste, weil die Pflaumen aus anderen Ländern dermaßen billig sind, dass er seine nicht mehr in den Supermärkten der Region losbekommt und nicht die Erntearbeiter zahlen kann, um denselben niedrigen Preis zu erzielen.

In Mannheim ist angedacht, für jeden Stadtteil einen permakulturorientierten Gemeinschaftsgarten von je 100 Quadratmetern zur Verfügung zu stellen inklusive Wasser und einer Anleitung. Infos unter www.Mikrolandwirtschaft.de

Entscheidend ist, weiträumig Verbündete oder Bündnispartner zu finden, die ebenfalls sagen: „Das machen wir nicht mit. Das machen wir anders.“

Man braucht einen langen Atem. Sinnvoll ist, Leute in kritische Selbstreflexion zu bringen. So wie es ist, fahren wir den Karren an die Wand.

Es wurde das Bild von einem Seiltänzer genannt, der in kleinen Schritten mit Blick zum Horizont geht. Dinge können eine große Ansteckungskraft haben, aber manchmal sind wir feige.

Wie können wir das, was wir hier besprochen haben weitertragen?

Utopisten sind Einzelkämpfer, die wenig gehört werden. Wichtig ist die Vernetzung untereinander, ist Open Source Software, ist Gleichwertigkeit durch Konsens. Konsens heißt gemeinsames erspüren, das Menschen zusammenbringen kann, wenn es sauber angewendet wird. Es ist eine gleichberechtigte Vorgehensweise ohne Machtstrukturen.

Was muss ich in mir ändern, um utopisch leben zu können? Als Beispiel wurde genannt, seine Kreativität zu leben und sich nicht klein machen lassen durch soziale Umstände.

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Bei einem letzten Abendessen wie immer aus einem großen Topf auf Spendenbasis konnten die noch Dagebliebenen die Konferenz gemütlich ausklingen lassen. Es war eine durchaus gelungene Veranstaltung, die für weniger wissenschaftlich orientierte Menschen etwas kopflastig war, aber wir dürfen alle auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr hoffen.

 

Spende

um zu helfen, eine andere Welt zu kreieren

€5,00

another world – Utopien und Visionen einer zukunftsfähigen Welt

Ein lange gehegter Traum wird endlich war: eine Website, die sich nicht nur mit meinen eigenen, sondern vielleicht auch mit den Visionen und Utopien anderer Menschen beschäftigt. Ein Raum, in dem Platz ist dafür, wie die Zukunft auf diesem Planeten sein könnte, jenseits von rechts und links, von rot, gelb, grün und schwarz. Eine Website, bei der nicht um die Probleme herumgeredet wird, sondern sie konkret benannt werden, um gemeinsam zu überlegen, jede(r) da wo er/sie steht: Was können wir tun? What can we do? Was können wir tun, um der massiven Zerstörung unseres Planeten Einhalt zu gebieten? Was können wir tun in Hinsicht auf eine zukunftsfähige und wie manche sagen enkeltaugliche Welt, denn das ist unsere Verantwortung als satte Menschen, die alles haben während andere Menschen auf diesem Planeten ebenso wie Tiere und Pflanzen ausgebeutet werden, um unseren Hunger nach dem und jenem zu stillen? Ich wünsche dieser Seite viele Leser*innen und einen regen Austausch unter Gleichgesinnten. Denn im Grunde wünschen wir uns doch alle eine Welt ohne Ausbeutung, ohne Hunger und ohne Krieg. Wieso ist es dann so schwer, dies zu erreichen? Es müsste doch ganz leicht sein, wenn wir das alle wollen!

Und warum another world? Andere Welt auf englisch frei nach dem Motto „eine andere Welt ist möglich!“, das sich auch attac auf die Fahnen geschrieben hat. Ich selbst habe dieses Motto vor vielen Jahren kennengelernt und denke, die Zeit ist reif, diese andere Welt, die wir uns erträumen auch ein Stück weit wahr werden zu lassen. Diese Website möchte eine Ermutigung dafür sein.

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